Aufenthalts- & Arbeitsgenehmigungsrecht

"Ich reichte meinen Reisepass dem Zollbeamten. Er schaute ihn an, dann schaute er mich an und sagte: »WAS sind Sie?«"

Grace Hopper, US Konteradmiral und Computer Spezialistin, Erfinderin von COBOL


 

Aufenthalts- & Arbeitsgenehmigungsrecht

Aufenthalts- & Arbeitsgenehmigungsrecht

Das deutsche Aufenthaltsrecht verlangt einen Aufenthaltstitel von jedem Ausländer, der nicht die Staatsangehörigkeit eines EU-Mitgliedstaates besitzt und die Grenze nach Deutschland überschreitet bzw. sich in Deutschland aufhält. Die Aufenthaltstitel werden von den Konsulaten als Einreisevisum und von den Ausländerbehörden in Form der Aufenthalts- oder Niederlassungserlaubnis erteilt. Dabei ist das deutsche Aufenthaltsrecht zweckgebunden und nach Kategorien unterteilt, so dass Aufenthaltstitel beispielsweise zu touristischen Zwecken, zur Beschäftigung, zum Studium oder zur Familienzusammenführung erteilt werden. Eine interne Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit ist in den meisten Fällen, in denen eine Beschäftigung in Deutschland beabsichtigt ist, vor der Erteilung des Aufenthaltstitels erforderlich.
Mit diesem System ist eine bedarfsgerechte und flexible Zuwanderung nach den Bedürfnissen von Wirtschaft und Industrie gewährleistet.
Grundsätzlich lassen sich für die meisten Personaltransfers Lösungen finden, die den Einsatz des ausländischen Mitarbeiters innerhalb von 4-8 Wochen ermöglichen.

Die Folgen eines illegalen Aufenthaltes, bzw. der Beschäftigung eines Ausländers ohne entsprechenden Aufenthaltstitel in Deutschland, können allerdings erheblich sein. Das Aufenthaltsrecht bezieht nicht nur den ausländischen Mitarbeiter und den Arbeitgeber, sondern auch die Kunden, für die der ausländische Mitarbeiter tätig war, in die Haftung ein. Dabei kann eine illegale Beschäftigung mit Bußgeldern bis zu EUR 500.000 pro Fall geahndet werden. Die Beantragung von Aufenthaltstiteln mittels unrichtiger oder unvollständiger Angaben stellt eine Straftat dar, die zu Geld- oder sogar Freiheitsstrafen führen kann.

Praxistipps:

  • Nehmen Sie bei der Beschäftigung von Ausländern immer eine Kopie des Aufenthaltstitels in die Personalakte auf, und halten Sie die darin enthaltenen Auflagen ein.
  • Wenn Sie ausländische Besucher für einen Kurzaufenthalt einladen, sollten Sie eine Beschreibung des Aufenthaltszwecks sowie eine Kopie der Ein- und Ausreisestempel zusammen mit einer Kopie des Einladungsschreibens aufbewahren.
  • Achtung: Nicht alle Kurzbesuche sind erlaubnisfrei oder auf der Basis eines Schengenvisums erlaubt – hier kommt es auf den Besuchszweck an.
  • Kontaktieren Sie einen Rechtsanwalt, wenn Sie Zweifel über den Aufenthaltsstatus eines eingeladenen Besuchers, Mitarbeiters oder Dienstleisters haben.
  • Relocationagenturen oder Wirtschaftsförderungen können Ihnen oftmals auch Auskünfte erteilen, sind aber nicht in der Lage, Sie mit der Beratung von Ihren gesetzlichen Verpflichtungen zu entbinden (sog. Exkulpation). Verlassen Sie sich auch nicht auf mündliche Auskünfte von Behörden und deutschen Auslandsvertretungen.

Top