EU Visa

"Anzahl der von allen Schengenstaaten ausgestellten Schengenvisa (A, B, C) im Jahr 2006: 7,359,017 Anzahl der von Deutschland ausgestellten Schengenvisa (A, B, C) im Jahr 2006: 1,797,924"

EU Visa Statistik 2009


 

EU Visa

Schengenvisum / Geschäftsreisevisum

Grundsätzlich fordert das deutsche Aufenthaltsrecht einen Aufenthaltstitel von jedem Ausländer, der nicht die Staatsangehörigkeit eines EU-Mitgliedstaates besitzt und die Grenze nach Deutschland überschreitet bzw. sich in Deutschland aufhält. Daher wird von den meisten ausländischen Besuchern ein Visum bei der Einreise in das Schengengebiet verlangt. Von der Visumpflicht sind allerdings Staatsangehörige bestimmter Nationen aufgrund von gesonderten Vereinbarungen zwischen ihren Heimatländern und den Schengenstaaten ausgenommen (Visa-Waiver-Programm). Die von der Visumpflicht befreiten Ausländer sind berechtigt, sich bis zu 90 Tage pro Halbjahr im gesamten Schengengebiet (inklusive Deutschlands) aufzuhalten.

Allerdings sieht das deutsche Aufenthaltsrecht eine zeitliche Einschränkung dann vor, wenn der Reisezweck nicht ausschließlich touristischen Zwecken dient. Geschäftsreisende, Trainees, Journalisten, etc. benötigen einen Aufenthaltstitel, wenn sie ihren Tätigkeiten länger als 90 Tage pro Jahr in Deutschland nachgehen wollen.

Darüber hinaus begrenzt das deutsche Aufenthaltsrecht auch, welche Tätigkeiten in Deutschland auf der Basis eines Schengenvisums bzw. des Visa-Waiver-Programms legal ausgeübt werden können.

Beispielsweise ist ein „Geschäftsreisender“ definiert als Ausländer, der unter Beibehaltung seines gewöhnlichen Aufenthalts im Ausland in einem Zeitrahmen von nicht mehr als 90 Tagen in 12 Monaten für seinen Arbeitgeber mit Sitz im Ausland nach Deutschland reist um:

  • Besprechungen oder Verhandlungen zu führen,
  • Verträge zu schließen,
  • Waren für die Ausfuhr anzukaufen,
  • Messen zu besuchen.

Daneben gibt es noch andere Kategorien für Kurzbesuche von Führungskräften, Forschern, zum Zwecke der innerbetrieblichen Weiterbildung, für Sportler, Künstler, Journalisten und für die Installation oder De-Installation von Anlagen, die ebenfalls entsprechend genau definiert sind und bestimmte Anforderungen stellen.

Andere Betätigungen erfordern in jedem Falle einen Aufenthaltstitel, der die beabsichtigte Tätigkeit explizit erlaubt.

Aufgrund der Vielfalt der Kategorien und der detaillierten Einschränkungen empfiehlt es sich, im Zweifel einen spezialisierten Anwalt zu Rate zu ziehen, wenn ein ausländischer Geschäftsreisender um ein Einladungsschreiben oder sonstige Hilfe bittet. Denn der Missbrauch eines Schengenvisums bzw. des Visa-Waiver-Programms zu illegaler Arbeit ist strafbar und die Strafbarkeit erfasst auch Personen, die den Ausländer bei der Beantragung des Visums oder der Reise unterstützen. Zudem wird nach der EU-VERORDNUNG (EG) Nr. 767/2008 das für Mitte 2010 geplante neue Visum-Informations-System (VIS II) der Schengenländer Namen und Anschrift aller einladenden Unternehmen sowie die Namen der zuständigen Kontaktpersonen für die Dauer von maximal fünf Jahren zum Zwecke der Überprüfung der Rechtmäßigkeit der erteilten Visa speichern.

EU Dienstleistungsvisa / Vander Elst

Drittstaatenangehörige, die bei einem Arbeitgeber in einem anderen EU-Staat legal beschäftigt sind können für Dienstleistungen bei einem Kunden in Deutschland einen speziellen Aufenthaltstitel erhalten. Dieser wird in der Regel von den deutschen Auslandsvertretungen ausgestellt, kann aber in bestimmten Fällen auch in Deutschland erworben werden.

Unser Leistungsspektrum beinhaltet:

  • Begutachtung von unternehmensinternen Richtlinien im Hinblick auf ihre Vereinbarkeit mit dem deutschen Visums- und Aufenthaltsrecht
  • Überprüfung einer beabsichtigten Geschäftsreise auf ihre Vereinbarkeit mit deutschem Aufenthaltsrecht
  • Zusammenstellung einer Auflistung der individuell benötigten Dokumente
  • Entwurf von Einladungsschreiben und Anschreiben an die Genehmigungsbehörden

Serviceportfolio für das EU Dienstleistungsvisa:

  • Antragstellung (in Deutschland) in Vollmacht
  • Koordination der Korrespondenz zwischen dem Mandanten, dem Mitarbeiter und den Genehmigungsbehörden (Botschaft / Konsulat, Meldestelle, Ausländerbehörde, Agentur für Arbeit).
  • Nachverfolgung und – soweit möglich – Beschleunigung des Antragsverfahrens
  • Beobachtung der Visumlaufzeiten und Betreuung von Verlängerungsverfahren

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